Mittwoch, 18. Oktober 2017

[Rezension] Gefangene der Zukunft - Steve Schild

 


Titel: Gefangene der Zukunft
Autor: Steve Schild

Genre: Science Fiction
Seiten: 308
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: novum premium
ISBN: 9783903155145

Preis: 17,40 € (TB) / 10,99 € (ebook)

Bewertung: ★☆☆☆☆






Inhalt
Wir schreiben das Jahr 2150. Europa, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr. Eine grausame, machthungrige Organisation hat die Kontrolle auf der Erde übernommen. Dank neuartiger Waffen und Technologien hat sie das Weltgefüge zum Wanken gebracht und die Klonforschung brachte etwas Böses hervor, das die Welt so noch nicht gesehen hat - doch ein Ereignis im Jahr 2016 könnte das alles ändern!

Joe und Vivianne werden durch einen Zeittunnel in die Zukunft geschleudert. Sie schließen sich dem Widerstand gegen das Regime an. Doch es scheint, als würde sich ein grausamer Teil der Weltgeschichte wiederholen … Hat die Menschheit wirklich nichts dazugelernt? Die Uhr tickt!


Meine Meinung
Glücklicherweise habe ich "Gefangene der Zukunft" bei einer Verlosung gewonnen und musste kein Geld dafür ausgeben… im Nachhinein hätte mich das geärgert. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, aber es konnte mich leider überhaupt nicht begeistern.

„Gefangene der Zukunft“ ist der erste Roman des Autors und das merkt man leider auch. Ich habe verzweifelt nach ein paar positiven Punkten gesucht, die ich in meine Rezension aufnehmen könnte, aber bis auf den Grundgedanken der Story gibt es da nichts aufzuzählen. Das Potential dieser Grundidee wurde leider total verschenkt.

Der Text liest sich teilweise wie ein Schulaufsatz. Ein nüchterner Bericht über verschiedene Ereignisse. Dabei schafft es der Autor nicht, eine passende Atmosphäre entstehen zu lassen. Es wird eine Szene nach der anderen abgehandelt, ohne groß auf Emotionen einzugehen oder irgendeine Grundstimmung zu vermitteln.

Konflikte sucht man ebenfalls vergeblich. Sobald die Charaktere in eine schwierige Situation kommen, wird auch schon die Lösung präsentiert – klassische „Deus ex machina“-Momente, es läuft alles viel zu reibungslos. Auch zwischenmenschlich kommen keine Gefühle rüber und Konfliktsituationen der Charaktere werden permanent umschifft. Ein Roman LEBT von Konflikten! Das ist wohl auch der Grund, warum dieses Buch so leblos und langweilig wirkt!

Der Autor beschränkt sich beim Erzählen der Geschichte zu sehr auf die unmittelbare Handlung und vernachlässigt dabei die Charaktere, die das Stück tragen sollten. Die Charaktere nehmen überhaupt keine Gestalt an, sie sind blass und austauschbar.

Inhaltlich kann das Buch auch nicht glänzen. Die potentiell gute Grundidee wurde meiner Meinung nach in den Sand gesetzt… die Charaktere handeln unlogisch, die Dialoge wirken oft albern oder unpassend, viele Szenen sind plump umgesetzt, vorhersehbar oder unnötig und es fehlt generell an Tiefgang und Atmosphäre.

Auf den letzten Seiten ist die Umsetzung dann richtig schlampig (sorry, mir fällt kein passenderes Wort dafür ein). Es wirkt, als läse man hier die Rohfassung eines Scripts, ohne jegliche Überarbeitung der Szenen. Es strotzt vor narrativen Zusammenfassungen und die Erzählstimme drängt sich beharrlich in den Vordergrund, sodass man teilweise das Gefühl hat, ein Geschichtsbuch zu lesen.


Fazit
Anfangs war ich noch gewillt 2 Sterne zu geben für die nette Grundidee, doch zum Ende hin wurde die Umsetzung immer schlechter und das Buch hat mich zunehmend frustriert und enttäuscht. Ich kann leider keine Leseempfehlung aussprechen!

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