Samstag, 2. September 2017

[Rezension] Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst - Niels Birbaumer

 


Titel: Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst
Autor: Niels Birbaumer

Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 272
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783548375946

Preis: 9,99 € (TB) / 8,99 € (ebook)

Bewertung: ★★★☆☆



Inhalt:
Depressionen, Epilepsie, Schlaganfälle und ADS lassen sich kontrollieren, und zwar nur durch Lernen und ohne risikoreiche Medikamente. So lautet die bahnbrechende Erkenntnis des renommierten Hirnforschers Niels Birbaumer. Denn das Gehirn verfügt über fast grenzenlose Potentiale und gleicht bei der Geburt einer Tabula rasa: Nur wenig ist festgelegt, das meiste wird geformt. Darum haben wir großen Einfluss auf unser Denken und Handeln — und unser Gehirn kann sich selbst aus dem Sumpf seiner Erkrankungen ziehen.


Meine Meinung:
Ich habe mir dieses Buch zugelegt, um noch mehr über die Vorgänge im Gehirn zu lernen und wie man die Fähigkeit erwirbt, sich selbst zu helfen. Denn das suggerierte mir der Klappentext. So ganz wurden meine Erwartungen aber leider nicht erfüllt. Die Antwort auf die meisten psychischen und physischen Probleme ist (laut diesem Buch) das Neurofeedback.

Der Gedanke ist sehr faszinierend und die Forschungen, die dazu betrieben wurden, lassen wirklich hoffen, dass man dadurch gezielt bestimmte Areale im Gehirn selbst beeinflussen kann und somit einen positiven Effekt erzielt. Doch für den Ottonormal-Verbraucher ist das natürlich nicht umsetzbar, es sei denn, man ist zufällig im Besitz eines BMI (Brain Machine Interface) oder sonstigen Gerätschaften, um die jeweiligen Effekte zu visualisieren und sein Gehirn dementsprechend zu trainieren.

Was mich an diesem Buch sehr gestört hat, sind die persönlichen Ansichten des Autors, die in jedem Kapitel so stark mitschwingen, dass es nicht mehr objektiv genug ist und auf mich oft unsachlich wirkte.

Soll heißen: der Autor beharrt so sehr auf seinen Ansichten (Sterbehilfe ist schlecht, Patientenverfügungen sind nichtig, Medikamente sind böse …), dass er sie immerzu verteidigt und Argumente vorbringt, warum dies die einzige Wahrheit ist und vernachlässigt dabei die Gegenseite. Das grenzt ein wenig an Manipulation.

Fazit:
Im Hinblick auf die praktische Umsetzung im Alltag bringt dieses Buch leider nicht viel und der Autor sollte lernen, seine persönlichen Ansichten etwas mehr im Hintergrund zu halten und die Themen sachlicher vorzubringen. Trotzdem ist es interessant über die Neurofeedback-Methode und die verschiedenen Forschungen zu lesen und ich habe einiges über die Funktionsweise des Gehirns dazugelernt.

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