Sonntag, 25. Juni 2017

[reflections] Die Sache mit dem SuB


Viele von uns kennen das Problem: wir kaufen mehr Bücher als wir lesen können und schon bald ähnelt unser SuB (Stapel ungelesener Bücher) mehr und mehr dem Schiefen Turm von Pisa.

Doch warum ist das so? Warum kaufen wir über die Maßen, quasi auf Vorrat?

Es ähnelt einer Sucht. Wir gehen in den Buchhandel oder Surfen durchs Internet und sehen DIESES EINE BUCH – und wir wollen es! Es landet im Warenkorb und wird gekauft. Der eigentliche Konsum bleibt jedoch erst einmal aus, denn das Buch wandert ins Bücherregal und steht dort mitunter eine ganze Weile. Manche Bücher werden vielleicht nie gelesen.


Ich bewundere jeden, der es schafft seinen SuB auf einem gesunden Maß zu halten, denn ich schaffe das nicht! Anstatt ein Buch auf die Wunschliste zu setzen und dann bei Bedarf zu kaufen, wenn der Lesestoff ausgeht, kaufe ich auf Vorrat... damit ich meine Wunschbücher gleich hier habe... bereit gelesen zu werden. Denn woher weiß ich denn im Voraus, auf welches Buch ich als nächstes Lust haben werde? Es ist doch sinnvoller eine ganze Auswahl bereits parat zu haben!

Tja, das ist meine liebste Ausrede. Mein Bankkonto hasst mich dafür.

Oder hat das alles noch eine andere Komponente? Wie bei der klassischen Kaufsucht, bei der die Betroffenen sich nach Bestätigung sehnen... wollen wir mit dem Kauf der Bücher im Ansehen anderer steigen?

Ich glaube nicht, dass man das gleichsetzen kann. Na ja, ein wenig vielleicht schon. Denn wer zeigt nicht gerne sein Bücherregal voller Stolz im Internet und erwartet dafür Kommentare á la: „Wow, du hast aber viele tolle Bücher!“

Aber ich unterstelle nicht allen exzessiven Buchkäufern eine zwanghafte Ader, Minderwertigkeitskomplexe oder ein zu geringes Selbstwertgefühl, das aufpoliert werden müsste. Wir lieben einfach Bücher, wir umgeben uns gerne mit unseren Schätzen und betrachten sie gerne im Regal, auch die ungelesenen!

Außerdem habe ich bisher von keinem Buchliebhaber gehört, der sich finanziell ruiniert hat (solche gibt es wahrscheinlich, aber der Anteil scheint gering zu sein). Wir haben unser Kaufverhalten einigermaßen im Griff, legen uns extra Geld zur Seite, um unser Hobby zu finanzieren und sind immer noch fähig Prioritäten zu setzen, sodass wir doch lieber Essen kaufen, wenn es uns ausgeht, anstatt den neuesten Young-Adult-Roman, den wir gerne hätten.

Trotzdem würde ich persönlich mir wünschen, dass mein SuB auf ein erträgliches Maß sinkt, sodass ich die Chance habe, ihn in diesem Leben noch zu bewältigen. Denn ein bisschen traurig ist es ja schon, all diese Bücher vor sich zu sehen, mit der Gewissheit, dass die eigene Lebensspanne gar nicht ausreicht, um sie alle zu lesen…

Fazit:
Woher der Drang kommt, so viele Bücher besitzen zu wollen, kann ich nicht allgemein beantworten. Jeder Buchliebhaber wird wohl seine eigenen Beweggründe haben. Ob es nun an einer Abibliophobie (Angst vor Büchermangel) liegt oder an dem Bedürfnis nach Beachtung und Anerkennung oder ganz schlicht an der Liebe zu Büchern - solange unsere "Sucht" nicht krankhaft wird und wir noch fähig sind Prioritäten zu setzen, können wir ruhig weiter die Autoren und Buchhändler unterstützen, indem wir unserem Kaufrausch nachgeben 😇


Wie steht ihr zu dem Thema? Wie hoch ist euer SuB? Woran liegt es eurer Meinung nach, dass wir Bücher "auf Vorrat" kaufen?
Habt ihr vielleicht Strategien oder Kompromisse entwickelt, die euch helfen euer Kaufverhalten zu kontrollieren?
Lasst es mich wissen, ich bin wirklich neugierig!

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